Die geopolitische Lage sowie die momentane gesellschaftspolitische Situation verlangen Zurückhaltung
Reisen bildet! Schafft Freiräume, entspannt und bringt neue Energie. Meine Synapsen funktionieren, laufen auf Hochtouren. Ich sitze an einem Montagmorgen im My Way Hotel in Patras auf der 6. Etage beim Frühstück. Mit herrlichem Ausblick aufs Meer. Immer wenn Patras als Zwischenstation auf dem Plan steht, übernachte ich in diesem Hotel. Alle super freundlich und zuvorkommend, klasse Zimmer und ein perfektes Frühstücksbuffet mit Blick auf den Hafen. Ich habe noch ein wenig Zeit, lasse den Tag ruhig starten und denke mir so, mal wieder in die Tasten zu hauen. Ich bin abschließend noch einen Beitrag schuldig.
Hat er zugeschlagen, hat er sie erworben, geht er mit seiner Co-Skipperin und besten Ehefrau von Welt wieder aufs Wasser?
Vorweg, die Antwort lautet NEIN! Das war aber ein Prozess, der mir nicht leicht gefallen ist. Aber Ratio hat sich durchgesetzt. Null Emotionen. Ich habe eine knallharte Entscheidung getroffen!
Nicole und ich wurden von Herrn Fairbrass von Berthon in der Marina von Palma super nett empfangen. Auch eine gute und verständnisvolle Kommunikationsebene war vorhanden. In Bezug auf die Wochen danach, eine seriöse, perfekte Kommunikation auf dem elektronischen Weg. Und die Oyster 49 lag am Steg und wartete augenscheinlich auf uns. Der erste, der zweite und auch der dritte Eindruck bei der Besichtigung war äußerst positiv. Haben wir sie gefunden?

Marina von Palma
Das Wetter Ende November passte, die Stimmung war gut, top Schiff. Nur die Preisvorstellung vom Eigner war mal wieder jenseits von Gut und Böse. Mit diesen Eindrücken flogen wir nach Hannover zurück und ich versprach Herrn Fairbrass, dass ich mich zeitnah per E-Mail bei ihm melden werde. Zumindest noch vor Weihnachten.
An dieser Stelle mit das Wichtigste: Meine Frau hatte nichts auszusetzen, war zustimmend!
Zu Hause recherchierte ich, fragte die heutigen KI-Programme und rechnete von hinten nach vorne und zurück. Kalkulierte, rechnete wieder und kam zu der Erkenntnis, dass der Berliner Eigner mindestens 100.000 Euro zu viel für sein Schmuckstück haben möchte. Mit den entsprechenden Recherche-Ergebnissen und meinen Argumenten kommunizierte ich abermals mit Berthon.
Was soll ich sagen: Ich bin auf vollumfängliches Verständnis gestoßen! Anfang dieses Jahres kam die Antwort, dass der Eigner verhandlungsbereit wäre. „Nun mal Butter bei die Fische“, wie es bei uns im Norden so schön heißt.
Ab diesem Zeitpunkt lief Rathe zur Höchstform auf! Es folgten branchenübergreifend Gespräche mit externen Kompetenzen. Aus den unterschiedlichsten Bereichen. Ich habe alles verifizieren lassen. Denn die allgemeine Situation hatte sich seit einiger Zeit nicht nur in Deutschland oder Europa, sondern auch weltweit geändert. Nicht zum Positiven. Diese Zeilen sind Mitte 2026 entstanden. Was seit Monaten abgeht, muss ich nicht noch formulieren. Ist wohl jedem Leser hinlänglich bekannt.
Kurzum, im März schrieb ich folgendes an Berthon:
„Unter Berücksichtigung der politischen Situation, der gesellschaftspolitisch Gegebenheiten bei uns in Deutschland und den momentanen geopolitischen Gegebenheiten habe ich nach nochmaliger reiflichen Überlegung entschieden, erst einmal keine entsprechende Investition ab einer bestimmten Summe zu tätigen. Ich trete hiermit von meinem Interesse am Kauf der Oyster zurück. Diese Entscheidung ist mir nicht leicht gefallen. Aber ich habe nicht nur unternehmerisch, sondern auch privat die Verpflichtung und Verantwortung gegenüber meiner Familie und meinen Unternehmen. Herr Fairbrass, aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Wir bleiben garantiert in Verbindung. Ihnen wünsche ich weiterhin viel Erfolg und hoffe auf Ihr Verständnis“!
Das war es – Ende!
Sonnige Grüße aus Patras
HJR
Nachtrag:
Ich bekomme von Berthon monatlich immer die Newsletter. Und schau her, ich befinde mich nicht allein auf dem Weg der rationalen Entscheidungsfindung. Die verschiedenen Marktanalysen, das Maklergeschäft und die Stimmung am Yachtmarkt bestätigen Monat für Monat meine Gedanken. Also abwarten und Tee trinken. Die Zeiten bessern sich auch wieder. Und wenn ich mit 70 plus noch schippere. Aufgeschoben ist nicht aufgehoben!